Das Trinkgeld.

Nun hat uns das OK des Dorffestes am 2. Februar also die gewünschte vorläufige Rechnung präsentiert, und nun ist, denke ich, auch klar, warum es dem OK, vor allem dem politisch aktiven Teil des OK, lieber gewesen wäre, man hätte dieses Ergebnis erst nach den Wahlen veröffentlichen müssen:

Das finanzielle Ergebnis des Dorffestes ist kein Erfolg, sondern bestenfalls ein Trinkgeld. Die definitive Abrechnung steht zwar noch aus, jedoch dürfte kaum damit zu rechnen sein, dass der Gewinn noch exponentiell steigt. Bei rund CHF 400’000 Umsatz sind relativ magere rund CHF 10’000 übrig geblieben.

Das ist vor allem eine Enttäuschung für alle, die für ihre Vereine und für unser Dorf hunderte von Arbeitsstunden geleistet haben.

Denn dieses Ergebnis ist nicht höheren Mächten zuzuschreiben, nicht schlechtem Wetter, auch nicht einem überraschend hohen Anteil an Antialkoholikern und Veganern, die unsere prächtigen Stände unbeachtet links hätten liegen lassen.

Im Gegenteil: das Wetter war weitgehend gut, die Stände waren häufig ausverkauft bzw. mussten Nachschub besorgen, die Besucherzahlen lagen über den Erwartungen.
Dies zeigt auch der Umsatz: Einnahmen von rund CHF 400’000 sind nicht von schlechten Eltern. Laut Aussagen der Vereine hätte man noch mehr Besucher kaum bewältigen können.

Gemäss einer Daumenregel für Festivitäten dieser Art wäre ein Gewinn von rund 25-30% des Umsatzes im üblichen Rahmen gelegen, statt eines Trinkgeldes hätte man also mit einem Gewinn von rund CHF 100’000 Franken rechnen können (zumal die eigentliche Arbeit ja vollständig ehrenamtlich geleistet wurde). Damit hätte das Ergebnis auch für die einzelnen Vereine eine Grössenordnung gehabt, die sie an eigenen Anlässen wir der Turnrevue oder der Fasnacht erwirtschaften können, die Zeit wäre also nutzbringend investiert gewesen.

Was also ist schief gelaufen?

Eine der Begründungen des OK, dass gesetzliche Vorgaben einen sehr viel höheren Aufwand bedingt hätten als geplant, ist kaum nachvollziehbar: gesetzliche Rahmenbedingungen sollten bereits in der Planungsphase des Projektes bekannt sein, sie könnten also berücksichtigt und budgetiert werden (sofern man einen Plan und ein Budget hat).

Auch die Bemerkung, dass die Gäste nicht mehr so viel konsumiert hätten, wie das früher der Fall gewesen sei, ist falsch: man muss nur den Umsatz anschauen, ein Problem mit der Konsumation hat es definitiv nicht gegeben. Nachschub war eher ein Problem als zu hohe Lagerbestände. Von einer Ausnahme abgesehen: dem Wein.

Und dieser Wein ist schon der erste Hinweis darauf, was wirklich schief gelaufen ist. Wie ist es möglich, dass nach dem Ende des Festes Wein im Wert von rund CHF 15’000 unverkauft im Werkhof steht? Wieso kann man diesen Wein, bei dessen Bedarf man sich offenbar gewaltig verschätzt hat, nicht einfach dem Lieferanten zurückgeben, wie das bei allen bisherigen Festen, bei den Kirchenapéros oder Schulanlässen der Fall ist?

Ganz einfach: nicht nur hat man sich im Bedarf offenbar vollkommen verkalkuliert, nein, der Rebensaft musste auch noch speziell etikettiert werden: das Röschenzer Dorffest-Etikett, extra für unsere Gemeinde! Natürlich nicht aus unserem Dorfladen, sondern von ausserhalb. Überzählige Mengen nach dem Fest zurückgeben? Fehlanzeige, alleine schon wegen des Etiketts.

Die weiteren Posten zeigen ein ähnliches Bild: das Beste war gerade gut genug, egal ob man die Kosten für die Anzeigen, die Sicherheit, das Bauwesen oder die Anlässe betrachtet. Und wo beim letzten Dorffest Freiwillige arbeiteten, wurde heute kurzerhand der Werkhof beauftragt.

Wenn sich das OK jetzt überrascht zeigt, dass es keinen grösseren Gewinn gegeben hat, dann lässt das vor allem einen Rückschluss zu: offenbar hat es weder eine belastbare Planung, noch weniger aber ein entsprechend stringentes Budget gegeben. Vor allem scheint ein mitlaufendes Controlling gefehlt zu haben.

Die Rechnung an sich wäre einfach: wenn ich mit z.B. CHF 350’000 an realistischen Einnahmen rechne, etwa CHF 100’000 an Gewinn benötige, dann stehen genau CHF 250’000 zur Verfügung. Mehr kann nicht ausgegeben werden, und die Ausgaben müssen entsprechend geplant, vor allem aber kontrolliert werden.

So, wie das Ergebnis nun aussieht, hat es entweder keine funktionierende zentrale Koordination und vor allem Kontrolle der Ausgaben gegeben, oder es sind in der Planung nicht alle Posten berücksichtigt gewesen.

Wie aber konnte das passieren?

Dazu muss man sich die Akteure dieses Festes und das Zustandekommen des OK’s anschauen. Denn das finanzielle Ergebnis des Dorffestes ist nicht das Produkt eines technischen Problems, sondern das einer beispiellosen Verkettung von Intrigen, Parteipolitik und sogenannten Freundschaftsdiensten.

Die Vorgeschichte

Die Idee zum Dorffest wurde im Gemeinderat geboren. Ein Fest für das Dorf, für den Zusammenhalt und den Austausch in der Gemeinde. Nach dem schönen Fest 2002 schien die Zeit für eine Neuauflage gekommen. Da das Dorffest in den Bereich der Vereine fällt, war die grundsätzliche Zuständigkeit schnell geklärt: Sie betraf das Ressort von Fredi Borer, der sofort und mit viel Energie das OK zusammenstellte und die grundlegenden Rahmenbedingungen absteckte.

Was diesem OK jedoch von Anfang an fehlte, war der richtige Kopf: Fredi Borer stellte noch in der ersten Phase der Planung klar, dass er das Präsidium nicht bis zum Schluss würde übernehmen können, da er in Grellingen baue und daher erstens nicht die notwendige Zeit aufbringen könne, und zweitens noch vor dem Start des Festes sein Amt im Gemeinderat aufgeben würde.
Ein grosser Teil der Vorbereitungen lief also mit Fredi Borer als erklärtem Interims-Präsidenten, während man einen definitiven Präsidenten für das OK suchte. Im Sommer 2014 wurde sogar via Anzeige im Mattegumper gesucht. Ein Kandidat, der sich meldete, musste seine Bewerbung aus beruflichen Gründen wieder zurückziehen. Danach hat sich niemand mehr gefunden.

Mit nur noch 2 Monaten bis zum Ausscheiden von Fredi Borer aus Gemeinderat und OK wandten sich Fredi Borer und Nadine Steiner schliesslich an Jacqueline Wunderer, da sie sowieso im OK vertreten war mit der Verantwortung für die Restauration, und gleichzeitig auch im Gemeinderat, im Grunde eine ideale Verbindung.

Jacqueline Wunderer sagte schliesslich zu, jedoch nur unter der Bedingung, dass das OK insgesamt dem zustimmen würde. Denn ihr war sehr wohl bewusst, dass sie für einige der OK-Mitglieder, allen voran Remo Oser, alleine auf Grund ihres Parteibuches ein rotes Tuch war. An der folgenden OK-Sitzung stellte Fredi Borer diese Lösung vor und fragte (auf den ausdrücklichen Wunsch von Jacqueline Wunderer) explizit jeden einzelnen, ob er oder sie mit Jacqueline als Präsidentin einverstanden war. Alle beantworteten diese Frage positiv, lediglich Remo Oser wandte ein, dass ihre Zeit knapp werden könnte, sollte sie im kommenden Jahr für den Nationalrat kandidieren.

Jacqueline Wunderer antwortete, dass es erstens noch nicht klar sei, ob sie überhaupt kandidiere, und selbst wenn, dann würde sie die Zusage, die sie jetzt gäbe, selbstverständlich einhalten. Damit war die Wahl zur Präsidentin klar, die Arbeit konnte beginnen.

Oder besser: hätte beginnen können. Denn bereits wenige Tage später behauptete Remo Oser, ein Grossteil der OK-Mitglieder, die in der Sitzung der Nomination von Jacqueline zugestimmt hatten, hätten ihn anschliessend kontaktiert und ihre Zweifel an ihrer Eignung geäussert (was wiederum Zweifel an den charakterlichen Eigenschaften der betreffenden OK-Mitglieder aufkommen lassen dürfte). Zudem habe er eine Person gefunden, die bereits seit zwei Monaten das Amt des OK-Präsidenten gerne übernehmen würde, es wäre also für Ersatz gesorgt, sollte Jacqueline Wunderer zurücktreten wollen. Wie sich dann herausstellte, war dieser Ersatz niemand anderes als Barbara Ammann, Remo Osers Zweites Ich im Gemeinderat. Sie hat an jeder Gemeinderatssitzung teilgenommen, an der das Problem des fehlenden Präsidenten diskutiert worden war, Fredi Borer ist immer mit dabei gewesen, und nun sollte sie sich zwei Monate lang heimlich gewünscht haben, Präsidentin des OK zu werden, ohne einen Ton zu sagen?

Die Unverfrorenheit alleine, mit der diese Rochade im OK-Präsidium vollführt werden sollte, war jedoch noch nicht das Problem. Das Problem war, dass Remo Oser mindestens eine Person als Zeugen für die Zweifel an der Eignung von Jacqueline Wunderer für das Amt des Präsidenten nannte, die das nie geäussert hatte, und die das auch nicht auf sich sitzen lassen wollte.

Und das hatte Konsequenzen.

An einer Sondersitzung des OK Ende August 2014 erklärte Jacqueline Wunderer ihren sofortigen Rücktritt aus dem OK. Eine Zusammenarbeit sei schlicht nicht vorstellbar, nachdem dieselben Personen, die ihr wenige Tage vor der Rücktrittsforderung klar ihre Zustimmung gegeben hätten, sie dann hinter ihrem Rücken wieder hätten absetzen wollen. Zudem wolle sie einem erfolgreichem Dorffest nicht im Wege stehen, und das sei in der derzeitigen personellen Konstellation kaum möglich, weshalb sie sich zurückziehe.

In Folge traten weitere drei OK-Mitglieder aus zentralen Positionen zurück. Auch Heike und ich, die wir zwar keine OK-Mitglieder waren, aber uns bereit erklärt hatten, die Fotografie und die Webseite des Dorffestes vollständig zu übernehmen, legten unser Amt nieder, da wir uns nicht in der Lage sahen, nach einer solchen Intrige noch mit Freude und gutem Gewissen das Fest zu begleiten. Zudem wollten wir uns nicht auf diese Weise von Remo Oser instrumentalisieren lassen.

Das Problem an diesen Rücktritten war, dass sie sehr zentrale Stellen im OK und sehr integre Persönlichkeiten mit genau der erforderlichen Erfahrung und den notwendigen Kontakten betrafen. Egal ob Sicherheit und Verkehr, die Finanzen oder die Organisation der Restauration: genau die Personen, die entweder bereits am vorigen Dorffest die entsprechenden Positionen oder durch ihre berufliche Erfahrung und Tätigkeiten in der Gemeinde den erforderlichen Hintergrund hatten, fielen nun weg und mussten ersetzt werden. Obendrein waren alle diese Personen gleichzeitig selbstständige Unternehmer, die alleine vor ihrem beruflichen Hintergrund die Verantwortung und die Arbeit mit Budgets und grossen Zahlen gewohnt waren.

So mussten nun Leistungen wie zum Beispiel der Bereich Sicherheit und Verkehr, die eigentlich über persönliche Kontakte und Verbindungen in weitgehend freiwilliger Arbeit hätten erbracht werden können, teuer eingekauft werden. Anders als von Stefan Ammann an der OK-Orientierung angegeben, hat das nichts mit gesetzlichen Auflagen zu tun. Diese Auflagen sind Rahmenbedingungen und Empfehlungen, die sich mit freiwilligen Helfern aus Feuerwehr, Zivilschutz und anderen öffentlichen Organisationen genauso umsetzen lassen wie mit bezahlten Sicherheitsfirmen.

Das grösste Problem aus meiner persönlichen Sicht, aber auch aus meiner Erfahrung aus meiner Zeit in der Gemeinde, war jedoch, dass es nun bis auf wenige Ausnahmen keine wirklich unabhängigen und entsprechend kritischen Personen im OK mehr gab. Auf dem Papier war Remo Oser zwar nur für Kommunikation und Sponsoring zuständig, de facto hatte er sich nun jedoch das gesamte OK aus Personen seines Umfeldes zusammengestellt.

Für besonders kritisch halte ich zudem die Tatsache, dass Remo Oser in dieser Geschichte mehrere Ämter auf sich vereint: er ist in Personalunion führendes OK-Mitglied, gleichzeitig jedoch auch Finanzchef und Präsident der Gemeinde.

Eine funktionierende Gewaltenteilung, und damit eine effektive Kontrolle, ist damit nicht mehr gegeben.

Zudem sollte das Dorffest auf Biegen und Brechen durchgeführt werden: mein Vorschlag, das Fest nach dem durch die Präsidentschafts-Rochade missglückten Start abzusagen und in wenigen Jahren einer neuen Generation von Gemeinderäten, aber auch Vereinsmitgliedern ein unbelastetes Fest zu ermöglichen, wurde abgelehnt.

Mit dieser personellen und organisatorischen Konstellation lag der Schwerpunkt des Dorffestes nicht mehr in einer vor allem wirtschaftlichen Durchführung des Anlasses, sondern in einer möglichst grossartigen Präsentation unserer Gemeinde und ihres Präsidenten.

Genau diese personelle Konstellation, die Besetzung zentraler Posten mit Personen, denen die notwendige kritische Distanz genauso fehlte wie in manchen Fällen die praktische Erfahrung, die Eigenverantwortlichkeit und die notwendigen Kontakte waren aus meiner Sicht das Fundament, das zu diesem mageren Ergebnis geführt hat.

Im Grunde haben das OK und die Gemeinde noch sehr viel Glück gehabt: man stelle sich vor, wie das Ergebnis ausgesehen hätte, wenn es kalt und regnerisch geworden wäre. Der grösste Teil der Kosten war fix ausgegeben. Nur gutes Wetter und viele Besucher haben die Gemeinde vor einem finanziellen Desaster bewahrt.

Schlussfolgerung

Das Dorffest war grossartig. Daran ist nicht zu rütteln. Und das steht hier nicht einmal ansatzweise zur Debatte. Die Besucher, mit denen ich gesprochen habe, egal ob Röschenzer oder Auswärtige, waren begeistert. Dazu muss daher allen Mitwirkenden gedankt werden, sie haben für unsere Gemeinde nach aussen und nach innen eine hervorragende Arbeit geleistet.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht jedoch war das Fest ein völliger Fehlschlag. Ein offenbar mangelhaftes oder fehlendes Controlling, eine chaotische Abrechnung, dazu eine abstruse Beschaffungspolitik haben letzten Endes ein mögliches gutes Ergebnis des Festes zunichte gemacht.

Auch wenn einzelne OK-Mitglieder eine hervorragende Arbeit geleistet haben: die politische Ausrichtung des OK, die persönlichen Abhängigkeiten, die fehlende Professionalität in einzelnen Bereichen dürfen nicht passieren. Das betrifft ein Dorffest genauso wie eine Gemeinde: nicht Gefolgschaft, persönliche oder politische Loyalitäten oder Parteizugehörigkeit dürfen relevant sein für die Besetzung von Ämtern mit entsprechend weitreichenden Auswirkungen. In erster Linie müssen persönliche Integrität und Unabhängigkeit im Vordergrund stehen. Eine Gemeinde oder ein Dorffest sind keine Spielwiese zur persönlichen oder politischen Profilierung und Selbstverwirklichung.

Neben der persönlichen Eignung der Organisatoren einer Veranstaltung wie das Dorffest, das immerhin fast eine halbe Millionen Franken umsetzt und verantwortet, ist die Gewaltenteilung ein zentraler Punkt: ohne ein wirksames Controlling, ohne eine klare Trennung von Präsidium, Finanzen, Umsetzung und einer unabhängigen Kontrolle, vor allem aber ohne einen belastbaren Plan, ohne ein verbindliches Budget und ein mitlaufendes (!) Controlling endet jedes Dorffest, aber auch jede Gemeinde früher oder später mit entsprechenden Problemen.

Der Gipfel kam übrigens ganz zum Schluss: wie das OK am Informationsabend des 2. Februar mitteilte, hat es offenbar beim Gemeinderat den Antrag gestellt, die Gemeinde möge dem OK rund CHF 40’000 aus Steuergeldern schenken, damit das OK zumindest einen Teil der Aufwendungen der Vereine kompensieren könne.

Damit würden die Vereinsmitglieder das Dorffest zweimal bezahlen: einmal mit ihrer Arbeit, dann noch einmal mit ihren Steuergeldern. Was der Gemeinderat trotz zweier OK-Mitglieder im Rat glücklicherweise abgelehnt hat.

Das bedeutet keinesfalls, dass die Arbeit der Vereine nicht nachträglich honoriert werden dürfte. Dies kann aber nicht als freihändiges Geschenk über das OK erfolgen (alleine schon aus rechtlichen Gründen), sondern allenfalls bei einem guten Abschluss der Gemeinderechnung 2015 als Zustupf an alle Vereine, mit Zustimmung der Gemeindeversammlung.

Es ist einfach, mit unbegrenzten Ressourcen etwas zu bewirken. Die Kunst wird dann schwierig, wenn man klar begrenzte Mittel zur Verfügung hat und trotzdem ein brauchbares Ergebnis geliefert werden muss. Gerade dann ist es wichtig, konträre Kräfte und Interessen einzubinden, die auch eine harte, aber effiziente gegenseitige Kontrolle bewirken. Das setzt jedoch Kompromiss- und Kritikfähigkeit voraus.

Vor allem setzt dies aber eine funktionierende Gewaltenteilung und effektive Kontrolle voraus, im OK wie auch im Gemeinderat.

Ein halbes OK auszuhebeln und durch loyale Personen zu ersetzen, das ist kein Fehler mehr, das ist das, was man in Bayern „Amigos“, bei uns wohl eher Vetterliwirtschaft nennt.

Das Fest ist vorbei. Das OK und alle freiwilligen Helfer haben unser Dorf hervorragend nach innen und aussen präsentiert. Dieser Rückblick, diese Frage nach dem Warum sollte daher nicht als Häme verstanden werden. Sondern als konstruktive Kritik für das, was kommt: neue Feste, neue OK’s, aber auch neue Gemeinderäte und Kommissionen.

Die Erfahrung mit der finanziellen Seite des Dorffestes sollte dazu dienen, organisatorische und personelle Strukturen und Abhängigkeiten in öffentlichen Ämtern und Organisationen stärker zu hinterfragen, vor allem aber auf wirksame Kontrollmechanismen und eine funktionierende Gewaltenteilung zu achten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Röschenzerinnen und Röschenzern eine schöne Fasnacht!

Holger Wahl

10 Comments

  1. Karrer Guido

    Super, dieser Kommentar zum Dorffest. Ich frage mich,ob hier nicht die GRPK (Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission) eingeschaltet werden sollte. Bei diesem enorm hohem Umsatz von 400’000 Fr. und dem verbleibenden „Trinkgeld“ von nur 10’000 Fr. ist an der ganzen Sache etwas faul. Wo ist das Geld hingekommen ? Die Vereine tun mir leid, die den letzten Rappen abgeliefert haben. Den Vereinen ist man es schuldig ihnen eine genaue Abrechnung zu präsentieren. Ich bin gespannt wie die Sache noch weiter geht . Hier muss man am Ball bleiben und vorerst den Wahlzettel auch dementsprechend ausfüllen.

  2. Kilian Corbat

    EIN TRINKGELD

    „Röschenz uf dr Höchi“ – oder in diesem Fall „nit uf dr Höchi“

    Dorffest Röschenz 2015

    Was kann man aus dem finanziellen Desaster lernen?

    Haben die „Mattengumper“ ihre ehemals berühmte Sprungkraft verloren?
    oder

    Durchblick / Weitblick / Transparenz / Offenheit / Teamarbeit über politische Grenzen hinaus?

    Gedanken zum Dorffest:

    Hat man die planbaren Ausgaben im Vorfeld des Dorfestes auf ein vertretbares Minimum zu reduzieren versucht?
    Wurden alle Standorte der Beizen und Buden gut überdacht?
    Hat man den Dorfplatz / Kirchenplatz optimal verplant?
    Wieviel Zeit hat man für das Feintunig (Feinschliff) eingesetzt?
    Hat man die Besucherführung sorgfältig geplant? Auch für die Nacht?
    Waren sich die Verantwortlichen ihrer Verantwortung bewusst?
    War das OK ein eingeschworenes Team?
    Hat man alle nötigen Absprachen vorgenommen?

    Hat man darüber nachgedacht, wie man die Bude auf dem Kirchenplatz gestaltet – ein wunderbare Vorgabe war ja die Tropical Bar 2002…
    (offen, mit gutem Durchblick auf den Dorfplatz, optimal frequentiert, einladend konzipiert)

    EINSATZ DER VEREINE UND GRUPPEN::

    Die Vereine und Gruppen haben eine tolle Arbeit geleistet. Sie haben den Besucheransturm trotz vieler Probleme mit grossem Einsatz und Können gemeistert. Die zubereiteten Mengen sprechen eine deutliche Sprache über Konsumationsmengen.
    Frust und Enttäuschung über den mehr als mageren „Gewinn“ sind verständlich…

    Ich bin kein Parteigänger – stehe für den nötigen Austausch – für freie Meinungsäusserung, für das Aufeinanderzugehen – für machbare Sachpolitik ohne Parteidünkel, für überwindbare Parteigrenzen.
    Ich bin gegen politische Monopole.

    Ich wünsche mir mehr politische Teamplayer.

    Dies wäre auch für das Dorffest 2015 in Röschenz ein absolutes Muss gewesen.

    Nur so stimmt das Schlagwort: „Röschenz wider uf dr Höchi“

    Kilian Corbat
    (Habe mich 2002 mit vielen anderen zusammen stark engagiert)

  3. Beatrice Speiser

    TRINKGELD UND WAHLpropaganda

    Das Tringeld wäre zweifelsohne höher ausgefallen, wenn sich die SONNE wie der Röschenzerhof an die ursprünglich vereinbarte Schliessung der Gaststtätten (aus Solidarität zu den Dorfvereinen) gehalten hätte!!!

    Doch die SONNE ging auf, wen Wundert’s? Es handelt sich hier offenbar um WAHLpropaganda….

    Ein nachdenklicher Gruss aus dem Rösschenzerhof

    • Meine liebe Frau Speiser,
      nehmen Sie mal den Taschenrechner hervor und berechnen Sie mal, welchen Umsatz die ‚Sonne‘ hätte erwirtschaften müssen um die fehlenden Fr. 90’000.- zu kompensieren!?!

      Nach den glaubhaft vorgetragenen Kritiken an den ‚Managern‘ dieses Festes wundert’s doch kaum jemand….. Gottseidank sind bald Wahlen!

      • Ammann Stefan

        Sehr geehrter Herr Mamie

        Natürlich ist das nicht viel. Was aber halten Sie davon, dass eine Festwirtin im Amt die Anweisung gibt, alle Restaurants im Dorf zu schliessen und nach dem Austritt aus dem OK einfach das Gegenteil macht. Da gehts ums Verhalten. Ausserdem wäre es noch interessant zu wissen, wer denn genau die „Geschlossene Gesellschaft“ war? Hatte die wirklich nichts mit dem Fest zu tun? Fragen Sie doch bei Frau Wunderer nach.

        Vielen Dank.

        • Wunderer Jacqueline

          Guten Tag Herr Ammann

          erlauben Sie mir eine kurze Richtigstellung. Keines der beiden Restaurants wurde angewiesen, den Betrieb zu schliessen, sondern sie wurden angefragt dies zu tun. Diese Anfrage erfolgte nicht durch mich. Die Ausgangslage für die Sonne war zum Zeitpunkt der Entscheidung der Schliessung im Feb./ März 2014 eine völlig andere, wie wohl jedem mittlerweile bekannt sein dürfte. Der Röschenzerhof entschloss sich zum damaligen Zeitpunkt, den Betrieb offen zu lassen. Wann und weshalb ein Umdenken seitens des Röschenzerhofes zur Schliessung des Betriebes stattgefunden hat entzieht sich meiner Kenntnis. In den Protokollen des OK Dorffestes sind diese Aussagen nachzulesen. Die Beweggründe für die Öffnung der Sonne wurden den Vereinen und auch dem Röschenzer Hof schriftlich mitgeteilt.

          Jacqueline Wunderer

          • Ammann Stefan

            Sehr geehrte Frau Wunderer

            Ich habe eigentlich an Herr Mamie geschrieben. Anscheindend fühlen Sie sich aber angesprochen.

            Gruss

            Stefan Ammann

  4. Halbeisen Franz

    Damit die Dorffest-Geschichte komplett ist. Der Denner-Satellit wurde von der OK-Spitze angewiesen das Geschäft frühzeitig am frühen Freitagnachmittag übers Wochenende zu schliessen. Eine klare Ansage an den Laden, keine Anfrage. Dafür durften wir um Mitternacht als der Festlieferant ausfiel, notfallmässig doch noch ein paar kleine Sachen liefern und einige Brote backen.

    Trotzdem vielen Dank an die Vereine, welche uns im Vorfeld aus eigenem Antrieb berücksichtigt haben.

    Habe mich bis dato nicht ins gesellschaftliche oder politische Leben im Dorf eingemischt. Sollte dies vielleicht in Zukunft öfters tun und gewisse Akteure schärfer unter die Lupe nehmen.

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